The Power of RAW! Warum ich nur in RAW Fotografiere

RAW oder JPEG ist teilweise schon fast eine Glaubensfrage, meine Sichtweise auf diese Frage und die Begründung warum ich nur in RAW fotografiere, findest du in diesem Beitrag!

Gleich vorweg: Ich möchte in diesem Beitrag keine technische Abhandlung schreiben. Wer sich für die Grundlagen interessiert (was ist das JPEG und RAW Format), bzw. die technischen Eigenschaften der beiden Formate, der findet darüber eine Fülle an Informationen im Netz. Ich möchte hier darüber schreiben, warum Ich nur das RAW Format nutze und keine JPEG Bilder mehr mache und was ich für Vorteile darin sehe.

Dynamik Dynamik und noch mehr Dynamik

Das ist für mich der Hauptgrund einzig und allein auf RAW zu setzen! Ich bin People- und Landschaftsfotograf und wie die meisten sicher mitbekommen haben fotografiere ich aktuell viel Landschaft, das wird sich auch wieder etwas ändern aber trotzdem ist und bleibt die Landschaftsfotografie meine große Leidenschaft. Dort ist nun mal ein hoher Dynamikumfang extrem wichtig (zumindest für meine Art der Fotografie).

In meinen Bildern ist sowohl in den Tiefen als auch den Lichtern stets Zeichnung vorhanden. Der Himmel ist nicht ausgefressen und auch der dunkle Vordergrund nicht komplett schwarz. Für mich sind das Kernelemente meiner Bilder und das schafft man nur, wenn man auch den kompletten Dynamikumfang nutzt den die Kamera bietet.

Ein JPEG ist für mich daher wie das fahren mit angezogener Handbremse. Fotografiert man im JPEG Format, werden viele Informationen die der Sensor eigentlich noch aufzeichnen kann einfach weggeschmissen. Sie passen nicht in die Datei!

Die Folge wäre, dass ich für meine Bilder oftmals viele Belichtungen bräuchte, wo ich mit einer RAW Datei mit nur einer Belichtung auskomme. Ein gutes Beispiel dafür ist das Titelbild. Eine Belichtung und ausreichend Informationen in allen Bildbereichen.

Aber auch in der Peoplefotografie macht das Fotografieren in RAW Sinn, denn auch dort gibt es sehr kontrastreiche Szenen in denen der Dynamikumfang einer RAW Datei benötigt wird. Zudem werden auch meine Peopleaufnahmen teilweise stark bearbeitet, was mit JPEG Dateien je nach Art und Grad der Bearbeitung unschöne Effekte ergeben kann.

Vor allem aber der nächste Punkt ist mir in der Peoplefotografie sehr wichtig.

Weißabgleich = egal

Zwar versuche ich den Weißabgleich beim Fotografieren bereits korrekt zu wählen, aber in manchen Fällen habe ich nicht die Zeit mich um den Weißabgleich zu kümmern – manchmal muss es eben schnell gehen. Zum anderen möchte ich in vielen Situationen doch im Nachhinein noch etwas am Weißabgleich verändern. Der entscheidende Punkt ist, dass das bei einer RAW Datei völlig problemlos und verlustfrei möglich ist – bei einer JPEG Datei dagegen kann man zwar auch noch Farbkorrekturen in begrenztem Umfang durchführen, den Weißabgleich kann man allerdings nicht völlig frei anpassen. Das führt zu kuriosen Farbeffekten, die wohl keiner haben will.

Nachbearbeitung, ein Zeitfresser?

Oft wird als Negativpunkt für das RAW Format die Nachbearbeitung angeführt, für mich ist dieser Punkt allerdings komplett irrelevant.

Bei mir wird grundsätzlich jedes Bild in irgendeiner Form bearbeitet. Klar könnte man sagen, dass dieser Schritt bei einem JPEG nicht nötig wäre. Ich habe allerdings gern selbst in der Hand wie meine Bilder bearbeitet werden und überlasse diesen Schritt ungern der Kamera.

Selbst wenn man den Aufwand minimal halten will, kann man sich für verschiedene Situationen Lightroom Presets anlegen, die dann ebenfalls innerhalb von Sekunden angewendet und im Zweifel angepasst sind, aber dennoch eine eigene Handschrift bei der Bearbeitung zulassen. Auch ein JPEG Bild würde ich im Nachhinein anpassen, der Zusatzaufwand für die RAW Bearbeitung ist daher nur marginal und für mich absolut vernachlässigbar.
Auch ich habe Presets für verschiedene Aufnahmesituationen, die bei mir automatisch über die Bilder laufen. Anschließend werden diese Einstellungen dann nochmal angepasst. Dieser Workflow geht ebenfalls sehr schnell und ermöglicht mir die Bilder so zu gestalten wie ich es möchte.

Bei einem JPEG muss ich das nehmen was die Kamera ausspuckt, klar kann ich den Look dafür in der Kamera vorgeben. Aber im Nachhinein anpassen, geht dann nur noch mit starken Einschränkungen.

Meine Bilder werden grundsätzlich immer Bearbeitet, egal ob People- oder Landschaftsaufnahmen, das gehört zu meinem Bildstil dazu und auch dazu benötige ich die vollen Informationen die ich in einer RAW Datei habe.

Nachteile

Die RAW Fotografie ist für mich daher unverzichtbar, wie alles hat auch das RAW Format Nachteile, die für mich aber eben kaum eine Rolle spielen.

Man hantiert bei RAW Dateien mit deutlich größeren Datenmengen, je nach Kamerauflösung und Kompression der Dateien kann da schon mal der Faktor 10 dazwischen liegen. Das braucht Speicherplatz und genügend Leistung für die Bearbeitung – für mich überwiegen allerdings die Vorteile extrem, so nehme ich diesen Nachteil gerne in Kauf.

Ich habe den Faktor Zeit schon angesprochen, für mich wie gesagt kein Nachteil. Für jemanden der tausende Fotos auf Events oder Sportereignissen schießt, die er wenige Stunden nach der Aufnahme bereits abgeben muss vielleicht schon. Das muss auch jeder für sich beurteilen.

Ich bin allerdings der Meinung, dass ein gut strukturierter RAW Workflow kaum zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, vor allem wenn man mit Presets arbeitet.

Letztendlich muss es jeder selbst entscheiden, ich habe jedoch die Funktion, die beim Fotografieren neben dem RAW noch ein JPEG abspeichert längst deaktiviert.

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