Sony RX100 M4 – Ein würdiger Nachfolger?

Neben der Neuvorstellung der Sony A7R II wurden auch die bislang sehr erfolgreiche Kompaktkameraserie Sony RX100 mit einem neuen Modell bedient. Die bekannten Einführungspreise liegen dabei deutlich über denen der Vorgänger, weshalb sich die Frage stellt ob die Neuerungen diesen Preisanstieg rechtfertigen oder nicht.

Neuerungen

Ein Blick in die Feautureliste der RX100 M4 zeigt folgende Neuerungen:

  • Neuer stacked CMOS Sensor mit DRAM- Chip
  • bis zu 1.000 Bilder pro Sekunde für Zeitlupenaufnahmen
  • „Anti-Distortion“ Verschluss mit Belichtungszeiten bis 1/32.000 s
  • internes 4K Recording
  • Verbesserte Sucherauflösung

Die Liste der Neuerungen ist also nicht allzu Lang, aber es kommt ja nicht nur auf die Quantität sondern auch die Qualität an, daher möchte ich nun die Verbesserungen  etwas detaillierter Betrachten.

Verbesserungen im Detail

Ausschlaggebend für die Bildqualität und damit wohl mit der wichtigste Punkt für Fotografen ist der Bildsensor, dabei handelt es sich um einen neuen „stacked“ Exmor RS CMOS Sensor. Es ist ein rückseitig belichteter Sensor, kurz BSI. Durch die stacked Bauweise befindet sich die Schaltungselektronik in einer Schicht direkt unter den eigentlichen Sensorpixeln und nicht wie bisher nebenan. Daraus resultiert, in Verbindung mit dem neuen DRAM Chip, eine deutlich schnellere Datenverarbeitung. Laut Sony können die Sensordaten rund fünfmal schneller ausgelesen werden als bisher. Wie sich der Sensor bei der tatsächlichen Bildqualität (Rauschverhalten und Dynamikumfang) schlägt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar sagen. Die Auflösung ist gegenüber dem Vorgänger gleich geblieben, daher kann davon ausgegangen werden dass es Verbesserungen beim Rauschverhalten und Dynamikumfang gibt.

1/32.000 Sekdunde Verschlusszeit

Eine Ansage ist natürlich die Verschlusszeit von nur 1/32.000 Sekunde, dies ist absolute Spitze im Kompaktkamerabereich. Auch dafür ist unter anderem das „stacked“ Sensordesign in Verbindung mit dem DRAM Chip und die dadurch schnellere Datenverarbeitung verantwortlich. Dadurch sind auch bei hellem Sonnenschein offenblendige Aufnahmen möglich!

Auch extrem ist die Serienbildgeschwindigkeit von 16 Bildern pro Sekunde, die ebenfalls aus den genannten Verbesserungen resultiert.

Bis zu 40- fach Super-Zeitlupe, oder 1.000 fps

Im Videomodus sind neben internem 4K Recording auch Super-Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 1.000fps möglich, was besondere Effekte ermöglicht. Es kann dabei zwischen 250, 500 und 1.000 Bildern pro Sekunde gewählt werden. Bei 1.000 Bildern pro Sekunde ergeben sich aus 2 Sekunden Aufnahme 80 Sekunden in normaler Geschwindigkeit.

Internes 4K Recording

Wie bereits angedeutet beherrscht die Sony RX 100 m4 interens 4K Recording, dabei wird der Sensor voll ausgelesen. Die Aufnahme ist im XAVC-S Dateiformat möglich, was Datenraten von 100Mbit/s erlaubt. Es können in höchster Qualität 5 Minuten am Stück aufgenommen werden. Während der Aufnahme von 4K Videos können zudem Fotos mit 16,8 MP aufgenommen werden.

Fazit

Die Eingangsfrage ist jedoch noch nicht geklärt, rechtfertigen die Neuerungen den deutlich höheren Preis von 1.150€ gegenüber dem aktuellen Straßenpreis der Sony RX100 M3 von gerademal rund 680€? – Wie so oft ist eine klare Antwort schwierig. Über die Verbesserung der Bildqualität selbst kann erst durch einen intensiven Test eine Aussage getroffen werden, die Features sind sicher beeindruckend, aber auch nur dann relevant wenn man sie auch benötigt. Die RX100 M4 ist definitiv ein würdiger Nachfolger und ermöglicht aufgrund des neuen Verschlusses sowie der neuen Videofunktionen Aufnahmen, die mit dem Vorgänger nicht möglich waren. Die neue Version ist dadurch auch noch ein Stück universeller geworden.

Für Besitzer der RX100 M3 lohnt sich ein Wechsel nicht wirklich, es sei denn man benötigt die neuen Funktionen unbedingt. Von diesen abgesehen bietet auch der Vorgänger nach wie vor eine sehr gute Bildqualität, weshalb man diese getrost noch einige Zeit nutzen kann.

Für Neukäufer stellt sich die Frage ob die neuen Features eine Preisdifferenz von 470€ rechtfertigen, über 1.000€ ist ein stolzer Preis für eine Kompaktkamera, wer nur Fotografiert und die Videofunktion nicht benötigt kann vom neuen Verschluss, welcher neue Aufnahmemöglichkeiten bietet sowie dem verbesserten Sensor profitieren. Hier rate ich dazu abzuwarten was erste Tests über die Bildqualität herausfinden, sollte diese nicht deutlich verbessert worden sein rate ich zum Vorgänger.

Spielt Video eine größere Rolle und soll auch unterwegs, mit leichtem Gepäck hochwertiges 4K gefilmt werden ist die RX100 M4 definitiv eine gute Wahl, vor allem in Verbindung mit der Zeitlupenfunktion bieten sich tolle Möglichkeiten für Videografen.

Alles in allem ist die RX100 M4 eine tolle Kamera und ein würdiger Nachfolger der bisherigen Serie! Der Preis ist happig und so muss jeder selbst entscheiden ob die Features ausreichend wichtig sind um diesen zu rechtfertigen.

Photograficx - Johannes

Gründer der Fotografie Seite photograficx.de

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1 Kommentar auf "Sony RX100 M4 – Ein würdiger Nachfolger?"

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[…] finde. Die Zusammenfassungen zu den beiden Kameras finden sich hier: Sony A7R II und hier: Sony RX100 M4. In diesem Kommentar möchte ich das ganze noch einmal Zusammenfassen und meine Meinung zur Rolle […]

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