Nordlichter – Ich muss weg!

Alle Lichter sind aus. Ich sitze in der dunklen Küche vor dem Laptop und skype mit Katja. Wir reden noch keine Minute, da wandert mein Blick routinemäßig zum großen Küchenfenster in die dunkle Nacht. Da! Ein grüner Schimmer! Ich renne ins noch dunklere Wohnzimmer und tatsächlich, ein grüner Schleier zieht sich kaum wahrnehmbar über den Nachthimmel! Ich rufe nur noch: „Ich muss weg!!“, klappe den Laptop zu und renne nach oben, um den bereits gepackten Fotorucksack, Stativ und Tee zu schnappen. Schnell in die Stiefel und ab zum Auto. Auf dem Weg fällt mir auf, dass ich das iPhone vergessen habe. Verdammt das muss ich mitnehmen! Fluchend renne ich zurück ins Haus. Meistens geht es einfach schneller wenn man doch kurz nachdenkt, was alles mit muss als dann dreimal zurück zu rennen, um das ganze vergessene Zeug einzusammeln.

Aufgeregt fahre ich Richtung Haukland Beach, die möglichen Locations für Nordlichtfotos habe ich vorher ausgecheckt. Es sind knapp 20 Minuten Fahrtzeit, das Thermometer zeigt eine Temperatur von -3°C – klar ist ja auch eine klare Nacht. Die Straßen sind teilweise glatt, also jetzt lieber nicht zu schnell fahren!

Das Lichterspiel am Himmel wird immer stärker, alles leuchtet grün und lila. Da fällt es schwer, sich noch aufs Autofahren zu konzentrieren –  so etwas habe ich noch nie gesehen!

Endlich bin ich am Strand angekommen, ich renne durch die Dunkelheit, denn ich weiß wie schnell das ganze Spektakel wieder vorbei sein kann.

Fahrig baue ich das Stativ auf, ich entscheide mich zuerst für die Sony A7ii mit dem Samyang 14mm – meine Milchstraßenkombination. Doch ich merke schnell, dass das gar nicht nötig ist! Der Mond ist voll und leuchtet den Vordergrund perfekt aus und auch die Nordlichter sind unglaublich hell! So wechsle ich schnell die Kamera und nehme meine A7rii mit dem Sony Zeiss 16-35. Dort habe ich zwar nur f/4 aber eine deutlich bessere Bildqualität. Zum Equipment und den Einstellungen folgt noch ein eigener Blogbeitrag!

Nordlichter - Haukland - Lofoten

Nordlichter – Haukland Beach – Lofoten – Sony A7rii – Zeiss FE 16-35

Am Strand treffe ich auf einen weiteren deutschen Fotografen, zusammen beschließen wir, nach dem großen Sturm am Strand eine weitere Location aufzusuchen. Es soll zum Uttakleiv Beach gehen, nur wenige Kilometer durch den Tunnel und wir sind da!

Zu unserer Überraschung treffen wir auf ein weiteres deutsches Ehepaar. Leider haben sich die Nordlichter inzwischen wieder verflüchtigt. Die Vorhersage App sagt allerdings einen weiteren „Sturm“ zwischen 23:00 und 02:00 Uhr voraus. Es ist also erst einmal Entspannung angesagt. Zum Glück habe ich warmen Tee eingepackt, so lässt es sich ganz gut aushalten – ist ja nicht die erste Nacht im Auto, inzwischen bin ich es gewohnt ;).

Fast hätte ich den zweiten großen Nordlichtsturm verpasst, weil er unerwartet auf der anderen Seite aufgetaucht ist. Zum Glück waren wir zu mehrt! Also wieder schnell raus und das Equipment schnappen. Dieses Mal soll es runter gehen auf die Felsen am Uttakleiv Strand, aber das ist gar nicht so einfach: Die Steine sind selbst mit gutem Schuhwerk total rutschig und man muss ständig aufpassen, dass die Kamera nicht im Wasser landet.

So kam es, wie es kommen musste: der große Sturm war schon wieder vorbei, als wir am Strand ankommen. Aber auch die Nachwirkungen haben es noch so in sich, dass trotzdem noch einige spektakuläre Bilder entstehen.

Auf einmal stürmen zahlreiche weitere Fotografen den Strand herunter – 2 Workshop Busse sind angekommen, da war das größte Spektakel allerdings dann wirklich schon wieder vorbei…

Ein paar weitere Bilder waren noch drin, aber die Lichter haben schon stark an Intensität verloren, so mache ich mich gegen halb 3 morgens tot müde aber glücklich und mit einigen super Bildern in der Tasche auf den Heimweg!

 

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