Mallorca – für Fotografen ein Muss!

Ich möchte meinen diesjährigen Mallorca Aufenthalt zum Anlass nehmen ein paar Zeilen über die Insel und vor allem auch das Fotografieren auf Mallorca zu schreiben. Beginnen wir mit ein paar allgemeinen Punkten:

Mit einer maximalen Ost-West Ausdehnung von 98 km und einer Nord-Süd Ausdehnung von 78 km ist die Insel zwar nicht allzu groß, dennoch gibt es eine Menge zu entdecken! Mallorca ist ja bei uns deutschen durchaus als Partyinsel verschrien, was die nicht so besonders Feierwütigen vielleicht etwas abschrecken mag. Das ist jedoch nur zum Teil berechtigt.

Grundsätzlich ist es schon richtig, dass gerade die Küstenabschnitte sehr touristisch geprägt sind. Vor allem um Palma und an der Ostküste um Cala Ratjada und Can Picafort reihen sich die Hotels aneinander. Unser Hotel befand sich in Cala Ratjada wo tatsächlich sehr viele Touristen unterwegs sind. Während unserer Reisezeit (Anfang-Mmitte September) war dort natürlich noch Hochsaison und dementsprechend viel los. Die Wahrscheinlichkeit in Bayern auf Menschen zu treffen die man sprachlich nicht versteht ist dabei höher einzuschätzen als in Cala Ratjada ;). Spaß beiseite, definitiv ist es dort jedoch sehr auf den deutschen Urlauber ausgerichtet. Die Strände direkt an den Städten sind daher nur für Liebhaber deutscher Schlager zu empfehlen.

Aber das ganze ist halb so wild, denn sobald man eine halbe Stunde Gehzeit in Kauf nimmt, nehmen auch die Menschenmassen stark ab und man kann tolle, idyllische und fast leere Plätze entdecken, Mallorca ist also auch für Aktivurlauber bestens geeignet!

Es lohnt sich auf jedenfall den Urlaub im voraus zu planen und sich über sehenswerte Plätze zu informieren (wer diesen Beitrag ließt tut daher genau das richtige ;)). Die folgenden Empfehlungen beziehen sich dabei auf die Ostküste mit Ausdehnung bis Cap Formentor (Norden) und die Ostküste hinunter bis Cala Murada. Die Insel ist zwar nicht besonders groß, dennoch machen lange Autofahrten über die gesamte Insel nur begrenzt Sinn, da vor allem die Fahrt von der Ost- zur Westküste trotzdem relativ lange dauert und man viele Ortschaften durchqueren muss. Wir haben uns daher auf eine Seite der Insel beschränkt. Ein zweiter Besuch mit der Erkundung der anderen Seite lohnt sich also definitiv!

Cala Ratjada und Umgebung

Beginnen möchte ich mit Cala Ratjada selbst. Dort sollte man auf jedenfall einmal vom Hafen zum Leuchtturm laufen, es ist keine große Laufstrecke aber dennoch sehenswert! Wenn man sich am Hafen links hält und der Promenade folgt stößt man vor der Promenadenmauer auf einige alte Bunkeranlagen, gerade im Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang geben diese ein reizvolles Motiv ab. Am besten ist man dort mit Stativ und ND Filtern unterwegs, so kann man die Brandung schön glatt ziehen, was in Verbindung mit der tiefstehenden Sonne tolle, geheimnisvolle Bilder ergibt, wie das folgende Beispiel zeigt.

Geheimnisvolle Abendstimmung

Folgt man der Promenade weiter kommt man zu einer kleinen Bucht wo man an einigen prächtigen Häusern vorbei entweder über die Straße oder aber an der Küste entlang zum Leuchtturm gelangt. Dieser eignet sich besonders für Frühaufsteher, dann kann man den Leuchtturm mit Sonnenaufgang im Hintergrund abbilden.

Ansonsten kann man der Promenade auch in entgegengesetzter Richtung folgen wo man ebenfalls schnell die Küste erreicht, auch dort bieten sich einige interessante Blicke auf die Küste und das Meer. Gerade wenn man auch die Vegetation im Vordergrund mit einbezieht können dort schöne Bilder entstehen.

Cala Ratjada Promenade

Cala Ratjada selbst hat an Fotomotiven sonst nicht allzuviel zu bieten. Daher führt uns die Fototour bald heraus aus der Stadt.

Cala Mesquida

Sehr lohnenswert ist es sich abseits der Touri- Strände ein schönes Plätzchen zum Baden zu suchen, vom nicht weit entfernten Cala Mesquida kann man sehr schön entlang der Küste wandern und kommt, je weiter man läuft an zunehmend menschenleeren Buchten vorbei! Die Wanderung endet am Torre des Matzoc, einem alten Geschützturm. Diesen kann man über eine etwas waghalsig angebrachte Leiterkonstruktion auch besteigen, was eine tolle Aussicht ergibt wie, auf dem folgenden Bild zu sehen:

Old Pirate´s hitout on mallorca

Old Pirate´s hitout on mallorca

Capdepera

Von Cala Ratjada gut zu Fuß zu erreichen ist das kleine Städtchen Capdepera, man ist in ca. einer halben Stunde dort und doch gleich komplett Weg vom Touri Trubel. Dort findet man kaum ein Hotel. Besonders viel zu bieten hat das Städtchen zwar nicht, ist aber trotzdem für einen Tagesausflug gut geeignet und bietet einige interessante Foto Motive. Sehr sehenswert ist das Castell de Capdeperadie ehemalige Stadtmauer von Capdepera. Von dort hat man eine wunderschöne Aussicht Richtung Meer und ins Landesinnere.

Great view from the old castle in Capdepera, Mallorca. This Panorama was taken with the Walimex 12mm Lens.

Great view from the old castle in Capdepera, Mallorca

Castell de Capdepera

 

Wer auf Mallorca unterwegs ist sollte sich für ein paar Tage einen Mietwagen nehmen, viele interessante Plätze sind nicht mit dem Bus zu erreichen, bzw. gerade auch zum Sonnenauf- bzw. untergang besonders interessant wo jedoch die Busse noch nicht oder nicht mehr fahren.

 

Port de Pollenca – Cap Formentor

Wer auf der östlichen Seite der Insel unterwegs sollte unbedingt die Tour von Port de Pollenca zum Cap Formentor mit dem eigenen Auto fahren. Die Küstenstraße ist sehr imposant, leider jedoch auch extrem stark befahren. Besonders schön ist es dort aber sowieso in den Abendstunden kurz vor Sonnenuntergang, dann ist auch nicht mehr ganz soviel los!

Vorher sollte man unbedingt auf der Küstenstraße am Kilometerpfeiler 15 halt machen, dort findet sich in der Kurve ein kleiner Parkplatz (um dort einen Platz zu bekommen muss man etwas Glück haben oder eine Weile warten). Gegenüber vom Parkplatz führt ein schmaler Weg zu einer Bucht (Cala en Gossalba) wo man ebenfalls meist allein ist oder sich den Platz nur mit ein paar wenigen anderen Wanderern teilen muss. Dort ist das Wasser glasklar und sauber! Auf unserer Reise war das definitiv der schönste Badeort.

Die Aussicht vom Cap Formentor ist vor allem zum Sonnenuntergang sehr sehenswert!

Great Sunset on the Viewing Point at Cap Formentor, Mallorca.

Great Sunset on the Viewing Point at Cap Formentor, Mallorca.

Allerdings lohnt es sich auch an vielen weiteren Punkten der Küstenstraße halt zu machen, es gibt zahlreiche Parkbuchten und Aussichtsplattformen, die einen tollen Blick über die Küste bieten.

Summer SunsetCoast

Ermita de Betlem

Fährt man von Cala Ratjada Richtung Cap Formentor gibt es zudem noch einige andere schöne Stationen auf dem Weg, wo es sich lohnt etwas Zeit einzuplanen. Eine davon ist die Ermita de Betlem, ein altes, kleines Kloster. Es ist über eine sehr schmale und kurvenreiche Straße zu erreichen. Von dort hat man einen tollen Blick über das Land. Über einen kleinen Pfad hinter dem Kloster kommt man zu einem Aussichtspunkt von dem man einen tollen Blick auf die Küstenlinie und das Meer hat.

Ermita de Betlem

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La Victoria

Ebenfalls auf der Strecke liegt die Halbinsel La Victoria auch hier lohnt sich die Fahrt entlang der malerischen Küstenstraße, die ab Alcúdia ausgeschildert ist. Es gibt dort ebenfalls abgelegene Bademöglichkeiten und traumhafte Ausblicke.

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Trotzdem das Cala Ratjada selbst eine sehr touristische Stadt ist, eignet sie sich auch für den Aktivurlauber und Fotografen als Ausgangspunkt für tolle Touren! Einen weiteren Vorteil hat Cala Ratjada auch noch zu bieten: Wer Essen gehen möchte kommt dort deutlich günstiger Weg wie in den anderen Städten wie Alcudia oder Port Pollenca.

Nächstes mal geht es dann auf die andere Seite der Insel!

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2 Kommentare auf "Mallorca – für Fotografen ein Muss!"

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chilibean
Gast

Mallorca war für mich jahrelang immer nur Synonym für Massentourismus und Partygelage. Bis ich dann selbst endlich mal dort war und sofort dem Zauber dieser tollen Insel verfallen bin.

Gerade als fotografisch interessierter Mensch gibt es dort so viele tolle Motive. Bei unserem letzten Aufenthalt habe ich in einer Woche fast 1000 Bilder gemacht, von denen ich bisher nur einen kleinen Teil bearbeitet habe. Aber da kommen ja bald auch wieder lange Winterabende… 🙂

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