Bildgestaltung: Bildkomposition und Bildaufbau – Tutorial Teil 2

Im ersten Teil der Serie: Bildkomposition und Bildaufbau Teil 1, habe ich bereits den Bildausschnitt und die Drittel Regel erklärt. Im zweiten Teil geht es nun um die Perspektive als gestalterisches Mittel sowie die Wirkung von Linien im Bild.

Perspektive

Die Perspektive ist ein wichtiges Mittel der Bildgestaltung, durch eine Interessante Perspektive kann man das Interesse des Betrachters wecken und hat die Möglichkeit selbst belanglose Objekte interessant zu gestalten. Wie ich bereits im Abschnitt zum Bildausschnitt beschrieben habe, sollte ein Bild möglichst nicht nur im Vorbeigehen entstehen. Analog zum Bildausschnitt gilt auch bei der Perspektive, dass ein Bild dann besonders Interessant wirkt, wenn die Perspektive von der „Normalen“ abweicht. Was das bedeutet, möchte ich am Titelbild dieses Beitrags festmachen. Dort sind zwei Maiglöckchen im Sonnenschein zu sehen, hätte ich diese von oben im Stehen fotografiert, wäre das Bild uninteressant und langweilig gewesen. Aus diese Perspektive sieht man Blumen normalerweise wenn man einfach an ihnen vorbeiläuft, es ist also nichts besonderes. Daher habe ich mich entschieden die Blumen aus Bodennähe zu fotografieren, so wirken sie groß im Bild und es wird gleich viel interessanter. Außerdem habe ich darauf geachtet die Sonne passend im Bild zu positionieren.

Es ist also zu empfehlen, nach Möglichkeit ungewöhnliche Perspektiven zu wählen um ein Bild interessanter zu gestalten. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Linien

Ein zweites, wichtiges Element sind Linien im Bild. In vielen Bildern tauchen Linien auf, an Gebäuden, Treppengeländern, Schienen, Wegen und Straßen und vielem mehr. Es ist wichtig diesen Linien einen Sinn zu geben. Sie sollten nicht einfach irgendwie durchs Bild laufen, ist das der Fall wirken sie meist störend und fehl am Platz. Gerade bei Wegen, Schienen und Straßen ist es besonders wichtig, dass diese dem Betrachter im Bild das Gefühl geben, sie führen an einen bestimmten Ort, kommen wo her oder vermitteln die Wirkung von Weite und Entfernung. Eine Straße die von Links nach Rechts waagerecht durchs Bild läuft ist dazu nicht in der Lage. Es bietet sich daher gerade bei solchen Linien an, diese entweder im Bildzentrum zu platzieren, wie in folgendem Bild:

Summertime at Huanchaco Beach

 Der Betrachter wird förmlich in das Bild hineingezogen, durch die Symetrisch- Mittige Anordnung des Steges wird der Eindruck vermittelt, dass man am Geschehen teilnimmt und selbst an dieser Stelle steht.

Eine andere Möglichkeit Linien „Aufzuräumen“ ist es, diese in eine der Bildecken laufen zu lassen. In folgendem Bild ist das gut zu sehen.

DSC02501

Die Schienen kommen von Rechts unten, im Bild vermittelt das den Eindruck weiter Entfernung das Bild wirkt durch die weitwinklige Perspektive sehr dreidimensional und Tief, da die Schienen rechts im Bild sehr groß und Nah wirken und sich dann immer weiter Entfernen.

Es gibt hier keine allgemein Gültige Regel, wie mit Linien umzugehen ist. Der Kernpunkt ist jedoch, sie nicht wahllos im Bild zu platzieren, sondern mithilfe der Linien eine Aussage bzw. eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Photograficx - Johannes

Gründer der Fotografie Seite photograficx.de

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